Talk: Kann man sich selbst verlieren?

Momentan sitze ich auf meinem Schreibtisch, höre Musik, sollte eigentlich lernen und klicke mich durch ein paar Blogs. Kennt das jemand von euch? Ihr lest einen Text und boom, ihr habt das Gefühl die Person, die da schreibt, könntet ihr selbst sein. Mir ist es schon oft so gegangen. Gerade wenn es um ernste Themen geht, wie zum Beispiel um folgende Fragen: Was will ich im Leben? Liebe ich mich selbst (genug)? Bin ich bei mir angekommen? Habe ich einen Plan oder eben genau gar keinen (was kein Problem sein sollte)? Über solche Dinge redet man nicht. Oder sehr selten mit sehr guten Freunden, wenn überhaupt. Also warum sollte man sowas auch aufschreiben und ins Internet stellen? Sodass es alle lesen können. Man könnte sagen, das ist peinlich. Eigentlich gar nicht, mir haben solche Beiträge immer geholfen und ich habe mich nach dem Lesen besser gefühlt.

Okay gut… Warum schreibe ich das überhaupt? Weil ich aus irgendeinem Grund das Bedürfnis habe, euch von meinen persönlichen Gedanken zu den oben genannten Themen und Fragen zu erzählen. Schon lange überlege ich, da irgendwas gscheids zu schreiben auf meinem Blog. Ich hab so viele Gedanken im Kopf, die ich aufschreiben will, aber das ist so viel einfacher gedacht (gesagt) als geschrieben.

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Also wo fange ich an…

Ich weiß nicht, ob ich das erwähnen muss, ich denke schon.
Trennung. Schlussstrich. Neuanfang.
Über die Trennung von meinem Exfreund möchte ich nicht schreiben, auch nicht über die Beziehung, sondern über mich selbst. Über mein Innenleben. Ich habe so viel gelernt, so viel geweint und jetzt bin ich da, wo ich jetzt bin.

Mein Weg zurück zu mir selbst

Jetzt weiß ich es wenigstens und ich kann mir das auch eingestehen: Ich hab mich verloren. Irgendwo am Weg. Ich weiß nicht genau wo. Irgendwann zwischen jetzt und vor, ich weiß nicht, drei, vier, zwei Jahren. Ist es schlimm, mit 24 Jahren zu bemerken, dass man sich selbst verloren hat? Und was heißt das eigentlich? Keine Ahnung.
Nur jetzt weiß ich, dass das passiert ist.

Vielleicht weiß ich es aber auch nur, weil ich mich jetzt viel mehr bei mir selbst angekommen fühle. Mir geht es gut. Es tut nicht weh. Es hat schon vor sehr langer Zeit richtig weh getan. Aber jetzt nicht mehr. Jetzt spüre ich wieder Ruhe in mir. Ich mag es, an mir Seiten wiederzuentdecken, die ich verloren geglaubt habe. Ich mag es, einfach dazuliegen und Musik zu hören. Ich mag es, allein zu sein. Ich mag es, zu lachen. Ich mag es, mich selbst zu überraschen. Ich mag es, mich wiederzufinden oder mich neu zu finden. Ich weiß es nicht. Es fühlt sich auf jeden Fall gut an.

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Situationen, in denen ich mich wiedergefunden habe

Ich weiß gar nicht warum ich darauf vergessen habe, aber ich habe die Musik wieder für mich entdeckt. Das klingt jetzt vielleicht etwas seltsam und auch banal. Aber es sind die kleinen Dinge, die wichtig sind. Ich habe anscheinend irgendwann aufgehört regelmäßig Musik zu hören. Es tut einfach so gut in der frischen Luft mit Kopfhörern in den Ohren spazieren zu gehen. Die Musik viel zu laut. Im Takt der Musik wippend an der Ampel stehen und vor mich hin zu singen. Nein, nicht wirklich. Fürs Protokoll: Ich kann nicht singen.
Wenn die Leute mich dabei beobachten, da muss ich schmunzeln.

Lachen. Was soll ich sagen, Humor ist ja bekanntlich sehr wichtig. Aber darum geht es gar nicht. Mein Lachen habe ich nämlich auch verloren. Auch irgendwo am Weg. Wie gesagt, ich weiß nicht wo. Ob man es mir angemerkt hat, dass es mich sehr getroffen hat? Kann sein. Es tut weh, vielleicht nicht sofort, aber später, wenn man alleine im Bett liegt und an die Worte denkt. Wenn einem sehr wichtige Menschen sagen, dass man seine Fröhlichkeit, sein Lachen verloren hat. Verdammt. Warum? Warum habe ich das nicht bemerkt? Warum habe ich nichts dagegen getan? Warum habe ich das überhaupt zugelassen? Ich kann die Fragen nicht beantworten. Jetzt sofort muss ich das auch nicht. Vielleicht ein andermal. Jetzt hab ichs wieder gefunden, mein Lachen. In den kleinen Momenten. Und das fühlt sich gut an.

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Also ist es jetzt okay mit 24 Jahren zu realisieren, sich selbst verloren zu haben?
Ja, das ist in Ordnung. Jeder geht seinen Weg. Und das ist meiner. Darum ist das okay. Ohne meinen bisherigen Erfahrungen wäre ich jetzt nicht der Mensch, der ich jetzt bin. Ich wäre nicht ICH. Ich gebe auch niemandem die Schuld an diesem Weg, nicht meinem Exfreund und auch nicht mir selbst. Es ist eben so, wie es ist. Und das ist okay. Ein Abschnitt auf meinem Weg.

xoxo, Olivia

 

 

 

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12 Gedanken zu “Talk: Kann man sich selbst verlieren?

  1. Josie

    Wow mal wieder ein sehr toller Blogeintrag!
    Ich muss sagen, mir sind die Tränen in die Augen geschossen.
    Warum? Weil es mir momentan genauso geht.
    Jeder geht seinen Weg, die einen haben einen leichteren die anderen einen schwereren.
    Kopf hoch und genieß die kleinen Dinge im Leben.

    Liebe Grüße an dich ❤

  2. Wow was für ein Beitrag!
    Bereits am Anfang musste ich nicken, bei dem Satz: du hast manchmal das Gefühl diese Person scheibt über dich. Genau dieses Gefühl hatte ich jetzt als ich deinen Beitrag gelesen habe. Ich bin zurzeit an genau dem selben Punkt. Wir alle gehen unseren Weg, auch wenn es manchmal der falsche ist. Wieder zu sich selbst zu finden dauert seine Zeit.
    Ich bin froh das ich deinen Blog entdeckt habe. 🙂
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

    1. Das freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat. War nicht ganz so leicht das in Worte zu fassen.
      Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für deinen weiteren Weg. #comebackstronger
      Schönen Start ins Wochenende 🙂
      Alles Liebe,
      Olivia

  3. Sehrinspirierender Eintrag. Ich finde es super, dass du nichts bereust, sondern alles eher als Chance siehst, denn genau das sollte es sein und macht uns stark.
    Liebe Grüße
    Intrinsistin

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